Anleger sind bezüglich Grexit gespalten, sehen aber keine Ansteckung

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Der sentix Euro Break-up Index steigt im Juni von 41,2% auf 48,4%. Damit ist das Anlegerlager bezüglich der Frage des Auseinanderbrechens des Euros fast exakt in zwei Hälften gespalten. Einig sind sich die Investoren dafür nach wie vor hinsichtlich der Ansteckungsgefahren eines solchen Ereignisses. Diese halten sie weiterhin für sehr niedrig.

Mit dem Anstieg des sentix Euro Break-up Index (EBI) auf 48,4% wird im laufenden Monat wieder in etwa das Niveau vom April erreicht (s. Grafik). Die Schwankungen erklären sich dabei im Wesentlichen durch das Hin-und-Her in der Griechenland-Frage. Das zeigt die Bewegung des hellenischen EBI, der nach einem Rückgang im Vormonat nun ebenfalls wieder von 40,7% auf 47,7% zulegt. Eine Zusatzumfrage vom gestrigen Sonntag, also dem Tag nach der griechischen Entscheidung für ein Referendum über ein neues Hilfspaket, hat diesen Wert in etwa bestätigt (siehe hier).

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Die Anleger bleiben folglich hinsichtlich ihrer Erwartung des Euro-Exits eines Landes binnen Jahresfrist gespalten. Relativ klar ist dagegen ihr Votum, wenn es um die Ansteckungsgefahren eines solchen Ereignisses geht. Denn der sentix-Index zum Risiko der Ausbreitung erhöht sich im Juni nur marginal von 23,6% auf 24,2% und verharrt damit nahe seinem Allzeittief.

Die Investoren sehen demnach weiterhin die übrigen Mitgliedsländer der Währungsunion mit hohen Wahrscheinlich-keiten auch in Zukunft „im Euro“. Im Juni steigen zwar die nationalen EBI für Zypern (7,9% nach 6,3%), Portugal (2,2% nach 1,3%) und Deutschland (2,0% nach 1,3%). Doch sind diese Bewegungen gemessen an den bisherigen Entwicklungen sowie des Anstiegs des griechischen Index eher unauffällig. Insofern ist das perspektivisch eine gute Nachricht für die Renditeaufschläge von Peripherieanleihen.

Hintergrund

Der monatlich erscheinende sentix Euro Break-up Risk Index wird seit Juni 2012 jeweils in der vierten Woche eines Monats erhoben und am darauffolgenden Dienstagmorgen veröffentlicht. Die befragten Anleger haben die Möglichkeit, bis zu drei Länder zu nennen, mit deren Euro-Austritt sie innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnen. Weitere Details zum sentix Euro Break-up Index sowie aktuelle Werte finden Sie unter http://ebr.sentix.de.

Der jetzige Wert des sentix Euro Break-up Index in Höhe von 48,4% bedeutet, dass zurzeit genau dieser Anteil der befragten Anleger mit dem Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Eurozone innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnet. Seinen vorläufigen Höchststand hatte der sentix EBI mit 73% im Juli 2012 erreicht. Sein Minimum stammt mit 7,6% aus dem Juli 2014.

An der aktuellen Umfrage, die vom 25.06. bis zum 27.06.2015 durchgeführt wurde, beteiligten sich 985 Investoren.

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