Italiens geplante Neuverschuldung ohne Konsequenzen

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Der Beschluss der italienischen Regierung, die Schulden weiter auszubauen, hat an den Märkten enorme Schwankungen ausgelöst. Das Besondere daran ist, dass die Anleger keinesfalls davon ausgehen, dass dies eine Auswirkung auf die Stabilität der Eurozone haben wird. Der Euro Break-up Index fällt im September sogar – der Teilindex von Italien inklusive!

Der sentix Euro Break-up Index ist im September von 9,9 um einen Punkt auf 8,9 Punkte gefallen! Die Umfrage fand nach Bekanntwerden der Beschlüsse in Rom statt und spiegelt damit die unmittelbare Reaktion der Anleger wider. Diese zeigen sich nahezu unbeeindruckt von der doch enormen medialen Empörung über die geplante Neuverschul-dung Italiens in 2019. Italienische Bonds und Aktien, insbesondere Bankenwerte, hatten in den letzten Tagen sehr empfindlich auf die Beschlüsse in Rom reagiert. Umso erstaunlicher ist dann ein Rückgang im EBI. Die Austrittswahr-scheinlichkeit Italiens wird im gleichen Atemzuge um 1,1 Punkte auf 7,3 zurückgestuft. Zwar ist Italien damit immer noch das Land im Euroraum mit der höchsten Austrittswahrscheinlichkeit. Doch der Euro Break-up Index signalisiert, dass sowohl die potentielle Herabstufung italienischer Staatsanleihen von Seiten der Ratingagenturen, wie auch das ausgehende politische Signal Italiens an den Rest von Europa, die Einheit Eurolands nicht ernsthaft gefährden.

sentix Euro Break-up Index: Gesamtindex und Teilindex Italien

sentix Euro Break-up Index: Gesamtindex und Teilindex Italien

Hintergrund

Der monatlich erscheinende sentix Euro Break-up Index wird seit Juni 2012 jeweils in der vierten Woche eines Monats erhoben und am darauffolgenden Dienstagmorgen veröffentlicht. Die befragten Anleger haben die Möglichkeit, bis zu drei Länder zu nennen, mit deren Euro-Austritt sie innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnen. Weitere Details zum sentix Euro Break-up Index sowie aktuelle Werte finden Sie unter http://ebr.sentix.de.

Der aktuelle Wert des sentix Euro Break-up Index in Höhe von 8,9% bedeutet, dass zurzeit genau dieser Anteil der befragten Anleger mit dem Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Eurozone innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnet. Seinen vorläufigen Höchststand hatte der sentix EBI mit 73% im Juli 2012 erreicht. Sein Minimum stammt mit 6,3% aus dem April 2018.

An der aktuellen Umfrage, die vom 27.09.2018 bis zum 29.09.2018 durchgeführt wurde, beteiligten sich rund 900 private und institutionelle Anleger.

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