Beruhigung trotz Finnland

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Der sentix Euro Break-up Index fällt im August um rund 11 Prozentpunkte auf 61,9 %. Die Umfrage fand vom 24. bis zum 26.08. unter 841 privaten und institutionellen Anlegern statt und ermittelt die Wahrscheinlichkeit des Austritts von mindestens einem Euroland aus der Währungsunion innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Die vorangegangene Juli-Umfrage hatte unmittelbar nach der Rede von EZB-Präsident Draghi vor Investoren in London, aber noch vor dem jüngsten EZB-Zinsentscheid stattgefunden. Gerade der von Draghi auf der letzten Pressekonferenz zum Zinsentscheid aufgezeigte Weg in Sachen Krisenbewältigung wird die Einschätzungen der sentix-Umfrageteilnehmer stark beeinflusst haben. Auch die jüngst positiven Meldungen rund um die Sorgenstaaten der Eurozone dürften prägend für das momentane Stimmungsbild gewesen sein: Die Regierungen Spaniens und Griechenlands haben neuerliche Haushaltseinsparungen beschlossen, Irlands Konjunktur sendet Lebenszeichen, und die zentralen Figuren unter den Euro-Politikern geben sich entschlossener, den Problemen endlich Herr zu werden.

Von denjenigen Umfrageteilnehmern, die davon ausgehen, dass aus Euroland mindestens ein Staat innerhalb des nächsten Jahres ausschert, rechnet nach wie vor die überwältigende Mehrheit, nämlich 96,4 %, mit einem Abschied Griechenlands. Dieser Anteil ist im Vergleich zum Juli, als er 96,9 % betrug, kaum verändert. Allerdings glauben nun – wie erwähnt – insgesamt deutlich weniger Umfrageteilnehmer an ein Auseinanderbrechen des Euros innerhalb der nächsten zwölf Monate.

Doch die Anleger sehen nicht nur Griechenland als Austrittskandidat. Zypern bleibt unter den Euro-Skeptikern das am zweithäufigsten genannte Land, wenn es um ein baldiges Ende der Gemeinschaftswährung geht. Der zyprische Indexwert steigt von 23,4 % auf 26,0 %. Kaum mehr eine Rolle spielt dafür unter denjenigen Umfrageteilnehmern, die von einem Abbröckeln des Euros ausgehen, das drittgrößte Euroland Italien (3,0 % nach 5,5 % im Juli). Auch für Spanien sinkt der EBI spürbar auf 11,3 % von 15,4 %. Überdies stehen abermals die Portugiesen weniger im Fokus der Euro-Pessimisten, ihr Index sinkt um einen Punkt auf 11,2 %.

Für wen – außer für Zypern – sehen die Investoren nun aber eine erhöhte Euro-Austrittswahrscheinlichkeit? Für zwei Kernländer! Der Index für Finnland klettert um fast elf Punkte auf jetzt 20,5 %. Zudem steigt der Wert für Deutschland auf 9,3 % von 7 %. Angesichts der konzilianteren Töne, die die Bundeskanzlerin zuletzt anschlug, konnte das nicht unbedingt erwartet werden. Die jüngste Rhetorik aus dem hohen Euro-Norden hingegen passt zum Anstieg des Finnland-Index. Und mit einem Augenzwinkern sei hier gefragt: Wird das einem wahren Finnen gerecht?

 

Der monatlich erscheinende sentix Euro Break-up Index wird seit Juni 2012 jeweils in der vierten Woche eines Monats, parallel zu den sentix Positionierungsdaten, erhoben und am darauffolgenden Montag veröffentlicht. Die befragten Anleger haben die Möglichkeit, bis zu drei Länder zu nennen, mit deren Euro-Austritt sie innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnen. Weitere Details und aktuelle Werte finden Sie unter http://ebr.sentix.de

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