Manisch depressiv

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Die Lust am Untergang beherrscht die Börsen-Szene. Diejenigen, die es haben kommen sehen - und davon gab und gibt es einige - beschwören das heilige Gold und sehen ihre Stunde gekommen.

Dagegen sind so einige Mitglieder der Finanzindustrie nur mit dem Zusammenkehren der Scherben beschäftigt, die der Finanz-Tsunami hinterlassen hat. Sie werden zwar auch nach dieser Erfahrung nicht die Einsicht haben, dass ihr eigenes Tun Bestandteil des Problems ist, doch in diesen Stunden geht es für viele - für uns alle! - nur noch um Schadensbegrenzung und vielleicht bei ein paar Wenigen sogar schon ums finanzielle Überleben.

 

Und was macht mein Nachbar? Er hat Urlaub, baut sich eine neue Terrasse und genießt sein Glück als frisch gebackener Vater.

 

An solchen Tagen kommt mir immer ein Spruch in den Sinn, den wir uns in der Schule oft gegenseitig erzählten und der aus der Umweltbewegung entstammte:

 

"Erst wenn ihre alle Bäume gefällt, alle Fische gegessen und alles Land vergiftet habt, werdet ihr Erkennen, dass man Geld nicht essen kann."

 

Was rät man dem manisch depressiven Finanzmarkt? Schaut euch um, löst euch von den Schirmen, genießt die Sonne, die sich heute endlich mal wieder zeigt. Bekommt den Kopf frei und versucht Abstand von den Märkten zu bekommen. Wenn das nicht hilft, muss die Politik "den Stecker ziehen".

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