Angst vor Verlusten kontra Überzeugung

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Die Reaktion der Anleger auf das Ausbleiben weiterer quantitativen Lockerungen seitens der japanischen Zentralbank fällt deutlich aus. Das aktuelle sentix Sentiment für das Wechselkurspaar USD/JPY fällt um 31 Prozentpunkte. Ungeachtet dessen zeigt sich das Grundvertrauen in den USD weiterhin stabil. Ein konstruktives Setup für mittelfristig wieder steigende USD/JPY Notierungen.

Das sentix Sentiment für das Wechselkurspaar US Dollar / Japanische Yen (USD/JPY) ist zuletzt um 31 Prozentpunkte eingebrochen (siehe linke Grafik). Die Anleger wurden von der Ankündigung der japanischen Notenbank, vorerst kein weiteres geldpolitisches Maßnahmenpaket aufzulegen, negativ überrascht. Die Marktreaktion und das mediale Echo fielen dementsprechend heftig aus. Der Wechselkurs hat seit 28.04 mehr als 5% verloren. Interessanterweise spiegelt sich die Enttäuschung der Anleger nicht im mittelfristigen Grundvertrauen zum USD wieder. Im Gegensatz zum Sentiment, welches die Emotionen der Anleger misst, spiegelt das Grundvertrauen die grundsätzliche Überzeugung der befragten Anleger in das Anlageobjekt wieder. Dieses bleibt auch nach der Enttäuschung stabil (siehe rechte Grafik- Strategischer Bias).

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Als Konsequenz kann das divergierende Verhalten beider sentix Indikatoren auf eine nahende Trendumkehr hindeuten. Die Anleger haben zwar emotional mit USD Verkäufen auf die Zentralbankankündigung reagiert, sind jedoch vom längerfristigen Potenzial des USD grundsätzlich noch überzeugt. Daher sollten Anleger aus unserer Sicht mittelfristig nicht erneut, dieses Mal durch eine USD Stärke, überrascht sein.


Hintergrund

Der sentix Strategische Bias (mittelfristige Markterwartungen auf Sicht von sechs Monaten) wird seit 2001 wöchentlich im Rahmen des sentix Global Investor Surveys erhoben. Es stellt die strategische Sicht der Anleger sowie deren Grundüberzeugungen und Wertvorstellungen zu den jeweiligen Märkten dar. Da der Indikator die grundsätzliche Kauf- und Verkaufsbereitschaft der Investoren signalisiert, sollte er nicht antizyklisch bewertet werden. In der Regel läuft er stattdessen oftmals mehrere Wochen dem Gesamtmarkt voraus.
Das sentix Sentiment (kurzfristige Markterwartungen auf Sicht von einem Monat) wird seit 2001 wöchentlich unter privaten und institutionellen Anlegern via Internet im Rahmen des sentix Global Investor Surveys erhoben. Es stellt die Emotionen der Anleger zwischen Angst und Gier dar. Negative Sentiment-Extreme sind in der Regel unmittelbare Indikationen für eine Kursverbesserung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsoli-dierung sein. Längerfristige Umkehrpunkte werden hingegen meist durch eine Sentiment Divergenz angezeigt.

Die aktuelle Umfrage zum sentix Sektor Sentiment ist in der Zeit vom 28.04. bis zum 30.04.2016 unter 1079 privaten und institutionellen Investoren durchgeführt worden.

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