Griechenland-Exit tritt wieder auf den Plan

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Der sentix Euro Break-up Index (EBI) fällt im Juni von 21,85% auf 19,95%. Mit seinem dritten Rückgang in Folge erreicht der Indikator nun knapp seinen Stand vom Februar. Die leichte Abnahme ist mit schwindenden Sorgen um Slowenien und Zypern zu erklären. Für diese Länder geben die nationalen Break-up-Indizes am deutlichsten nach. Doch es gibt diesen Monat auch einen alten Bekannten, der als potenzieller Euro-Austrittskandidat wieder in den Vordergrund tritt.

Der Euro-Staat, um den es sich dabei handelt, ist Griechenland: Der griechische EBI steigt im Juni vor dem Hintergrund der jüngsten Regierungsumbildung um 2,7 Prozentpunkte auf nun 15,8%. Das ist der zweithöchste Wert für das südliche Euroland in diesem Jahr. Zypern ist damit als „Spitzenreiter" im EBI-Ranking abgelöst, sein nationaler Index sinkt von 14,8% auf 13,6%.

Am dritthäufigsten nennen die Anleger Deutschland als möglichen Kandidaten für einen Euro-Exit innerhalb der nächsten zwölf Monate. Aber auch der deutsche EBI gibt etwas nach und notiert nur noch bei 3,0%. Während der deutsche Index noch durchaus eine signifikante Austrittswahrscheinlichkeit anzeigt, gilt das zurzeit kaum mehr für die EBI der beiden Schwergewichte der Euro-Peripherie. Spanien und Italien sehen die Anleger so gut wie nicht mehr als Euro-Ausscheider: Der EBI für Italien bleibt nahezu unverändert bei 1,6%, der Index für Spanien sinkt auf fast vernachlässigbare 1,0%. Dabei gehen jeweils weniger als 1% der institutionellen unter den befragten Anlegern von einem Euro-Exit eines der beiden Länder binnen Jahresfrist aus. Und das Votum der Institutionellen zeigt sich im sentix-Datenkranz regelmäßig als das treffsicherere.

Im letzten Monat hatten wir von einer zweigeteilten Peripherie gesprochen. Dieser Eindruck hat sich verfestigt: Um die beiden großen Staaten am Rande des Euro-Gebiets, also Spanien und Italien, ranken sich momentan so gut wie keine Ängste mehr. Das relativ kleine Griechenland hingegen ist wieder als Exit-Kandidat auf den Plan getreten, und der Inselstaat Zypern folgt auf dem Fuß. Insgesamt zeigt der Euro Break-up Index aber auch im Juni, dass die Entspannung der Euroland-Krise weiter voranschreitet.

2013-06_Grafik_EBI_deutsch

Anmerkung: Der Wert von 19,95% bedeutet, dass zurzeit rund jeder fünfte Befragte mit dem Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Eurozone innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnet. Seinen vorläufigen Höchststand hatte der sentix EBI in seiner nun gut einjährigen Historie mit 73% im Juli 2012 erreicht, sein bisheriges Minimum im Januar 2013 mit 17,2%. An der aktuellen Umfrage, die vom 28.06. bis zum 29.06.2013 durchgeführt wurde, beteiligten sich 968 Anleger.


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