Politische Signale kommen an

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Die Lage in der Eurozone ist weiter stabil und ruhig. Dazu dürfte auch der Einstieg in eine europäische Fiskalunion beigetragen, wie es Bundesfinanzminister Scholz letzte Woche im Bundestag anlässlich der Beratungen zur geplanten Schuldenaufnahme durch die EU-Kommission formuliert hatte.

Mit dem Einstieg in eine gemeinschaftliche Verschuldung über die EU-Kommission ist laut Bundesfinanzminister Scholz ein entscheidender Schritt in einer europäische Fiskalunion getan worden. Die haftungsrechtlichen Verflechtungen in der Eurozone werden immer tiefer und vielschichtiger. Zudem wird der Weg für Steuern auf EU-Ebene geebnet. Das alles stärkt die Wahrnehmung der Eurozone als Haftungsunion und deshalb kann selbst eine Regierungskrise in Italien die Anleger nicht nervös machen. Es muss allerdings auch betont werden, dass in der Person des neuen Präsidenten Mario Draghi, ehemaliger Chef der EZB, die aus Sicht der Märkte perfekte Lösung für die Regierungskrise gefunden wurde. Die Hoffnungen, dass es „Super-Mario“ gelingt, die seit langem überfälligen Strukturreformen in Ita-lien auf den Weg zu bringen, sind jedenfalls in hohem Maße vorhanden.

sentix Euro Break-up Index: Euroland Gesamtindex und Teilindex Italien

sentix Euro Break-up Index: Euroland Gesamtindex und Teilindex Italien

Unter den Ländern mit einer hohen Austrittswahrscheinlichkeit bleibt Italien mit einem Wert von 2,4% unverändert der Spitzenreiter. Allerdings ist der absolute Wert keineswegs besorgniserregend.

Hintergrund

Der monatlich erscheinende sentix Euro Break-up Index wird seit Juni 2012 jeweils in der vierten Woche eines Monats erhoben und am darauffolgenden Dienstagmorgen veröffentlicht. Die befragten Anleger haben die Möglichkeit, bis zu drei Länder zu nennen, mit deren Euro-Austritt sie innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnen. Weitere Details zum sentix Euro Break-up Index sowie aktuelle Werte finden Sie unter https://ebi.sentix.de.

Der aktuelle Wert des sentix Euro Break-up Index in Höhe von 4,0% bedeutet, dass zurzeit genau dieser Anteil der befragten Anleger mit dem Ausscheiden mindestens eines Landes aus der Eurozone innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnet. Seinen vorläufigen Höchststand hatte der sentix EBI mit 73% im Juli 2012 erreicht. Sein Minimum stammt mit 3,5% aus dem Januar 2021.

An der aktuellen Umfrage, die vom 25.02.2021 bis zum 27.02.2021 durchgeführt wurde, beteiligten sich mehr als 1.000 private und institutionelle Anleger.

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