Schnelles Euro-Aus für Griechen angezeigt

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Der sentix Euro Break-up Index klettert im Juli um 22 Prozentpunkte auf 73 %. Die Umfrage zum Index fand vom 26.07.2012 bis zum 28.07.2012 unter 811 institutionellen und privaten Investoren statt und ermittelt die Wahrscheinlichkeit des Austritts von mindestens einem Euro-Mitgliedsstaat aus der Währungsunion.

Vor rund einem Monat, als die Umfrage unmittelbar nach Verkündung der jüngsten EU-Gipfel-Ergebnisse stattfand, lag der Wert gerade bei 55%. Dass nun so viel mehr Umfrageteilnehmer ein schnelles Euro-Aus für mindestens ein Mitglied der Währungsunion erwarten, ist durchaus bemerkenswert. Denn erst Ende letzter Woche war EZB-Präsident Draghi mit Macht in die Euro-Rettungsoffensive gegangen.

Hauptgrund für die Skepsis der Anleger ist die Lage in Griechenland. Dort blieb bis zum Wochenende unklar, ob die neue Regierung die von der Troika geforderten Sparmaßen wird umsetzen können. Weil hiervon aber die weitere Finanzierung der Hellenen abhängt, rechnen mittlerweile knapp 97% der Befragten mit einem Euro-Aus für die Griechen binnen zwölf Monaten. Im Juni waren es 94,5% gewesen. Nach wie vor messen die Anleger im Kielwasser der Griechenland-Malaise einem kurzfristigen Euro-Ende für Zypern die zweithöchste Wahrscheinlichkeit bei. Der Wert für die Mittelmeerinsel ging aber ein wenig von 25,4% auf 23,4% zurück.

Dafür ist ein weit bedeutenderer Staat stärker in den Brennpunkt gerückt: Wegen der Probleme seiner Banken und Regionen wird Spanien nun am dritthäufigsten als unmittelbarer Euro-Austrittskandidat genannt: 15,4% der Befragten rechnen jetzt mit einem Euro-Austritt – nach 12,5% im Juni. Spanien zieht damit am Nachbarn Portugal vorbei, dessen Austrittswahrscheinlichkeit von 13,4% auf 12,2% sinkt.

Aus den Ergebnissen lässt sich zudem ableiten, wie hoch die Gefahr ist, dass der Insolvenzvirus auf andere Staaten überspringt. Der dafür berechnete Contagion-Index steigt von 44,1% auf 45,3%.

 

Der monatlich erscheinende sentix Euro Break-up Index wird seit Juni 2012 jeweils in der vierten Woche eines Monats, parallel zu den sentix Positionierungsdaten, erhoben und am darauffolgenden Montag veröffentlicht. Die befragten Anleger haben die Möglichkeit, bis zu drei Länder zu nennen, mit deren Euro-Austritt sie innerhalb der nächsten zwölf Monate rechnen. Weitere Details und aktuelle Werte finden Sie unter http://ebr.sentix.de

 

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