Ungleichverteilung von Vermögen

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Dieser Abschnitt ist als Ergänzung für den sentix Jahresausblick 2014 geschrieben.

Es handelt sich dabei um ein gesellschaftspolitisches Statement, welches nicht unmittelbar für das Jahr 2014 Relevanz hat. Es baut auf einem entsprechenden Abschnitt des sentix Jahresausblicks 2010 (Seite 47, hier abrufbar) auf.

Es gibt eine wichtige Quelle deflationären Drucks, die weitgehend unberücksichtigt bleibt, jedoch eine eigene Qualität aufweist. Er betrifft die Verteilung von Vermögen in der Gesellschaft. Kapitalistische Gesellschaften tendieren aufgrund des Zinseszinseffektes dazu, im Laufe der Jahre zu enormen Vermögensunterschieden in der Gesellschaft beizutragen. Sofern sich dieser aus einer aktiven unternehmerischen Tätigkeit, aus Arbeit oder guten Ideen speist, ist daran nichts Negatives zu finden. Im Gegenteil! Nur wer Aussicht auf Erfolg hat, wird sich überdurchschnittlich anstrengen oder sein Know How weiterentwickeln.

Kritisch wird es jedoch, wenn Kapital nur noch zinstragend veranlagt wird, ohne dass der daraus entstehende Zinsgewinn für Konsum- oder Investitionszwecke bereitgestellt werden soll. Wenn sich aber Vermögen so sehr erhöht, dass weder ein einzelner Mensch noch eine ganze Familie dieses ausgeben können (oder wollen), dann gewinnt solches Kapital eine eigene Qualität. Denn dieses Kapital verlangt dennoch einen Zins. Wenn diejenigen, die den Zins durch ihre Arbeit erwirtschaften müssen, aufgrund der im Jahresausblick 2010 beschriebenen Probleme nicht mehr in der Lage sind, ihren Anteil an der gesamten Wirtschaftsleistung zu halten, beginnt sich das Heer der Menschen zu teilen. In einen Teil der immer kleiner aber dafür reicher wird. Und in die anderen.

Je mehr ruhendes Kapital in einer Volkswirtschaft entsteht, desto schwieriger ist es, einer solchen Wirtschaft noch Wachstumsimpulse zu geben. Diejenigen, die auf dem Geld sitzen, benötigen keinen Impuls. Und die anderen sind entweder so vernünftig zu kapieren, dass sie es sich nicht mehr leisten können oder erhalten ab einer bestimmten Bonität von ihrer Bank keinen zusätzlichen Kredit mehr. Eine Zeit lang wirkt noch ein fallender Zins stimulierend, weil er auch bei den Privaten die Schuldentragfähigkeit steigert, aber wenn Güter zu Nullzinsen finanziert werden können, ist auch hier die Fahnenstange erreicht. Da die Wirtschaft aber immer weiter und mehr produziert (die Anlagen müssen ja ausgelastet werden), leuchtet die deflatorische Wirkung dieser Systematik schnell ein.

Über viele Jahre haben die Staaten, allen voran in Europa, die zunehmend sichtbaren negativen Folgen dieser Kapitalverteilung durch diverse Umverteilungsversuche zu heilen versucht. Doch damit wird an den Symptomen, nicht an der Ursache kuriert. Und außer mehr Bürokratie haben diese Umverteilungsversuche nicht wirklich etwas gebracht.

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